Suche
  • philippdehne

300 Menschen, über 20 Schulen auf der Demo "Saubere Schulen"

Aktualisiert: 13. Nov 2019

Ein voller Erfolg! Trotz schlecht Wetters demonstrierten am 1.10. über 300 Menschen aus mehr als 20 Schulen für "Saubere Schulen", bessere Arbeitsbedingungen und die Rekommunalisierung der Schulreinigung. Schwerpunkt der Demo war Neukölln, aber auch aus anderen Berliner Bezirken demonstrierten Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte mit für die Forderungen von "Schule in Not".


Trotz des angekündigten schlechten Wetters fand sich eine bunte Menge an Menschen für die Demo vor dem Rathaus Neukölln ein. Jung und alt. Verschiedene berufliche und biografische Hintergründe. Neukölln und andere Bezirke. Die fröhliche und kampfbereite Stimmung strahlte deutlich aus: "Gemeinsam sind wir stark!"

Die Forderungen sind klar: Die Schulreinigungskräfte sollen wieder beim Bezirksamt angestellt werden, sichere Arbeitsbplätze und ausreichend Zeit und Lohn bekommen.


5000 Unterschriften haben wir in Neukölln dafür bereits gesammelt! Das ist eine super Leistung! 5000 weitere brauchen wir aber noch (weil immer Stimmen ungültig sind, wollen wir 10.000 abgeben).

Diese zweite Hälfte wollen wir bis Ende des Jahres gemeinsam sammeln. Lasst uns mit der guten Stimmung aus der Demo weitermachen. Sammelt in eurem Umfeld, an euren Schulen und Kitas, auf eurer Arbeit und in euren Vereinen und Gemeinden!

Wir sammeln jeden Samstag auf Neuköllner Märkten. Unterstütz uns da! Und am 2.11. treffen wir uns um 10 Uhr zu einem Sammelfrühsück mit Mini-Workshop in der Lichtenrader Straße 12 zum gemeinsamen Sammeln.


Zurück zur Demo: Es gab Redebeiträge von Reinigungskräften, Eltern, Schülerinnen und Lehrern. Auch eine Mutter aus Charlottenburg-Wilmersdorf und ein Vater aus Kreuzberg sprachen über ihre Erfahrungen und die Unterschriftensammlungen in ihren Bezirken.

Neben der Reinigung wurden weitere Themen angesprochen: Zwei Mütter vom Kiezanker e.V. brachten in ihrer Rede zum einen ihre Unterstützung für das Bürgerbegehren zum Ausdruck. Zum anderen machten sie auf eine Ungerechtigkeit aufmerksam. Obwohl sie in Neukölln geboren sind, hier leben und sich sozial und im Schulbereich engagieren, wird ihre Unterschrift für das Bürgerbegehren für ungültig erklärt, da dies ans Kommunalwahlrecht gekoppelt ist. Deswegen fordern sie das Kommunalwahlrecht ein.

Anne Zetsche, Mutter aus Charlottenburg, wies in ihrer Rede daraufhin, dass der "Unsinn der schwarzen Null" ein Ende haben müsse, da er genau zu solchen Problemen führe, wie wir sie gerade im Reinigungsbereich erleben.

Robert Müller, selbst Reinigungskraft, berichtete von den outgesourcten Reinigungskräften an der Alice-Salomon-Hochschule, die unter den gleichen Problemen leiden wie die Schulreinigungskräfte.


Es gab auch Beiträge von Vertretern einiger Neuköllner Parteien. Yilmaz, ebenfalls Reinigungskraft und Mitglied der Linkspartei, erzählte von seinen Arbeitsbedingungen und verwies darauf, dass die LINKE Neukölln bereits im Mai die Unterstützung des Bürgerbegehrens offiziell auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen hat.

Bei der SPD gibt es bei Bezirksbürgermeister Hikel zwar Vorbehalte gegenüber dem Bürgerbegehren. Seine eigene Partei hat auf der letzten Kreisdelgiertenversammlung aber enbenfalls die Unterstützung der Forderungen von "Schule in Not" beschlossen, wir Timo Schramm von der SPD Neukölln berichtete. Außerdem verwies er auf die allgemeine Problematik der neoliberalen Wirtschaftsordnung, die durch Spardiktate die Finanzierung öffentlicher Aufgaben wie z.B. der Bildung massiv behindert.

Hans Detlef Glücklich von der CDU äußerte auch seine Unterstützung für das Bürgerbegehren und mahnte, dass generell viel mehr in gute Bildung investiert werden müsse.


Jörg Tetzner, Lehrer und Mitglied im Neuköllner GEW-Vorsitz, und Philipp Dehne, Lehrer und Mitgründer von "Schule in Not", wiesen in ihren Beiträgen noch auf größere Probleme im Bildungsbereich hin. Denn "Gute Arbeit bruacht Zeit" sei ein Grundsatz, dass für Reinigungskräfte und für alle anderen Arbeitnehmer*innen gelte. Gerade Erzieher*innen und Lehrer*innen brauchen mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.


Durch einen spontanen Zufall gab es auch noch musikalische Unterhaltung durch die Straßenrock-Band Nümmes. Vielen Dank dafür!





95 Ansichten

© 2019 by Schule in Not